Happy Birthday Game Boy!

Ja, dieser Tage wird der Game Boy 20 Jahre alt. Genauer gesagt, ist sein Geburtstag schon am 21.04. gewesen, aber ich bin bei sowas immer spät dran.
Lustigerweise steigt in diesen Tagen die Nachgfrage nach Game Boys rapide an, auch wenn den potentiellen Käufern gar nicht bewusst ist, dass sie ein Geburtstagskind erwerben. Leider sind mir die Geräte deshalb auch gerade ausgegangen, bis auf ein paar GBASP, die aber irgendwie keiner haben will. Sind wohl nicht kultig und günstig genug.

Es ist jedenfalls Zeit, von meinen eigenen Erfahrungen mit dem kleinen grauen Wunderkasten zu berichten.
Ich habe meinen ersten Game Boy zu einem Geburtstag im Einstelligen oder knapp Zweistelligen Bereich bekommen, so genau weiß ich das gar nicht mehr. Auf jeden Fall hatte ich ihn meiner Mutter zu verdanken. Ich wollte so ein olles Mädchenspielzeug, eine Barbie oder so, haben, aber meine Mutter meinte, ich soll mir lieber was „richtiges“ wünschen, was dann nicht nach kurzer Zeit in der Ecke herumliegt und schlug mir einen Game Boy vor. Wahrscheinlich spekulierte sie darauf, mich immer früh zu Bett zu schicken und selber Tetris zu zocken, aber in dem Alter konnte ich mit Tetris noch nichts anfangen und nötigte sie, mir „Kirby´s Dreamland“ dazuzukaufen, statt das billige Tetris-Paket zu nehmen.
Das fand sie dann nicht mehr lustig, zumal meine Oma auch noch weniger Geld als geplant dazugab und es ein unverhofft teures Geschenk wurde.
Wir hatten damals schon ein Master System, an dem ich schon unzählige Stunden verbracht hatte, aber bei dem kleinen Nintendo Kasten war es irgendwie anders. Es war Liebe auf den ersten Blick. Ich begann, selber für Spiele zu sparen. Sie zu Sammeln. Verpackungen aufzubewahren.
Auf dem Master System habe ich oft nur von Bekannten geliehene Spiele gezockt, die lagen dann in der Gegend rum, man hat seine eigenen auch verliehen…manche habe ich nie wiedergesehen und auch bei uns zuhause treiben sich noch nie zurückgegeben Spiele rum. Aber bei Nintendo war das anders. Ich entwickelte eine Leidenschaft. Das kleine Ding wurde regelmäßig geputzt, überall mit hingenommen, niemand durfte ungefragt ran. Ich begann, mich über Spiele zu informieren, gezielt Titel haben zu wollen.
Mit diesem kleinen Kasten begann meine Liebe zu Videospielen, die über das normale Maß an Zocken hinausgeht.
Mein schlimmstes Erlebnis dieser Zeit war, als ich nach der Schule nach Hause kam und meine Mutter alle meine Originalverpackungen entsorgt hatte, die ich unter dem Bett aufbewahrte. Etwas, dass ich ihr bis heute nicht verziehen habe, zumal mir immer noch einige Verpackungen der damaligen Spiele fehlen.
Fast so schlimm war nur, als sie Jahre später eine alte Ausgabe der Zeitschrift TOTAL! zerschnippelte, um mir daraus einen Gutschein für ein Jahresabo zu basteln. Dieses Weihnachten wird sie wohl auch nie vergessen. Wenn Blicke töten könnten…
Mittlerweile habe ich ja bekanntermaßen meine Leidenschaft zum Beruf gemacht, auch wenn es mir oft schwerfällt, mich von den Spielen im Regal zu trennen und ich am liebsten alles mit nach Hause nehmen würde.
Aber deshalb wird auch jeder Kunde kritisch beäugt, lieber verdiene ich nichts, als meine Schätze in die falschen Hände abzugeben.
Schlechte Einstellung für eine Geschäftsfrau, nicht wahr?
PS: der originalverpackte und nie benutzte NES Controller von gestern ist natürlich in meine private Sammlung gewandert. Mittlerweile habe ich ja, dank Erwachsensein und damit verbundener finanzieller Möglichkeiten fast alle verpassten Konsolen und Spiele nachgeholt.
Nun fehlt mir nur noch die Zeit, alle Spiele, die sich bis zur Decke stapeln, auch zu zocken.

5 Gedanken zu „Happy Birthday Game Boy!“

  1. Bei mir begann die Liebe zum Zocken mit einem Mega Drive II.^^ Leider waren meine Eltern von Videospielen nie so recht begeistert und hielten es für verschwendete Zeit (werfen mir auch heute noch regelmäßig vor, mein Geld zu verschwenden). Zockt deine Mutter heute auch noch?

  2. Habe meiner Mutter letztes Jahr zum Muttertag einen DS geschenkt, da ihr/mein alter GBC langsam schlappgemacht hat und zu jedem Feiertag bekommt sie ein neues Spiel 🙂
    Sie zockte am liebsten Dr. Mario und seit dem DS ist sie Zookeeper-süchtig.
    Meistens bekommt sie also Spielesammlungen oder Knobelspielchen. Wollte sie mal an Point&Clicks heranführen, aber das ist alles nichts mehr für sie.

  3. Ich selber hab den Geburtstag des GameBoys nur zufällig mitbekommen. Dienstagabend hab ich mich noch mal auf ein paar Webseiten umgesehen und auf einer war schließlich die kleine Meldung „Happy Birthday – der GameBoy wird 20“ zu lesen.
    Hab diese Meldung dann auch mal meinen Clan-Kollegen mitgeteilt, aber von Begeisterung keine Spur. Man merkt halt, wer damals mit diesem Gerät groß geworden ist und wer nicht. 😉

    Ich hab den GameBoy damals von meinem Vater geschenkt bekommen. Da war ich aber auch schon 7 oder 8. Als Spiel dazu gab’s „Tiny Toon Adventures – Bab’s Big Break“. Die echten Klassiker „Super Mario Land“ und „Tetris“ hab ich erst viel später bekommen.
    Heute liegt mein GameBoy provisorisch eingepackt (denn die Originalverpackung hab ich auch nicht mehr) in meinem Schrank und lauert darauf irgendwann aus nostalgischen Gründen wieder ausgepackt zu werden.

    Naja. Die Zeiten ändern sich eben. Was angesichts des miserablen Bildschirms und der Tatsache, dass das Gerät vier (!) Batterien geschluckt hat, vielleicht auch ganz gut ist. ^^

  4. Meiner steht in einem Glaskasten zwischen meiner Spielesammlung. Ich hatte ihn vorher nochmal geputzt, aber im Laufe der letzten 10 Jahre hat er bestimmt trotz Glas etwas Staub angesetzt.

  5. Der kleine GameBoy war auch meine erste Konsole. Darauf folgte dann etwas später der NES. Leider habe ich meinen GameBoy irgendwann auf einem Flohmarkt verkauft. Die Spiele habe ich aber zum Teil behalten. Vor allem „Tetris“, mein allererstes Spiel, werde ich nie aus der Hand geben.

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