Was hat die PEGI, was die USK nicht hat?

Eine dezente, aber prägnante Alterskennzeichnung.
Geben wir es zu, früher hat wirklich niemand auf die Altersangaben auf Spielen geachtet. Das Zeichen war klein, die Zahlen nicht zu erkennen und auch unterschiedliche Farben haben nicht zur schnelleren Orientierung beigetragen. Und mal ehrlich, hat das wirklich jemanden interessiert?
Schon damals wurde wohl etwas neidisch zur „Konkurrenz“ rübergeschielt. Hat die PEGI doch seit jeher ein zwar kleines, aber gut sichtbares Symbol, welches aus einer schlichten, angemessen großen und gut lesbaren Zahl und einem, sich farblich vom Spielverpackungsdesign abhebenden, Kasten drumherum bestand.
Irgendwann beschloss die USK, ihr altes Zeichen sei doof und würde eh niemand ernst nehmen und so begann der Irrsinn. Zuerst entwarf man ein an ein Stoppschild erinnerndes, riesiges neues Zeichen, vergaß dabei jedoch leider, die Alterskennzeichnungszahlen entsprechend größer zu schreiben und huch!, bei der 18er Kennzeichnung dachte man wirklich, dass ein Text, anstatt einer fetten 18 doch wesentlich verbraucherfreundlich wäre. Kam beim Spieler nicht so gut an, war immer noch irreführend, immer noch richteten sich die Käufer nur nach dem hübschen kleinen PEGI-Zeichen daneben.
In der Zwischenzeit arbeitete auch die PEGI an ihrem Look und verpasste den schlichten Zahlen einen neuen, farbigen Kasten. Immer noch dezent, immer noch gut lesbar, immer noch käuferleitend. Die USK war sauer. Was neues musste her. Noch größer, mehr Zahlen, weniger Text. Man musste die Herrschaft über die deutsche Käuferschaft zurückgewinnen. Also wurde das Logo nochmal überarbeitet, zu diesem schönen, Verpackungsvordergrund füllenden Ungetüm, mit den endlich lesbaren Zahlen.
Ja, wir geben es zu, hübscher, als sein Vorgänger ist es allemal und auch an die Ausmaße hat man sich irgandwann gewöhnt, aber PEGI herrscht noch immer.
Und so hat auch heute wieder eine Mutti ihrem Sohn ein Spiel ab 18 gekauft, einen Blick auf das Cover geworfen, das USK-Zeichen offenkundig ignoriert und sich Sorgen gemacht, was wohl der Papa sagt, wenn sie mit einem Spiel ab 16 ankommen. Na, wahrscheinlich ist es eh geschnitten, aber das ist ein anderes Thema…

4 Gedanken zu „Was hat die PEGI, was die USK nicht hat?“

  1. Das erinnert mich daran, wie ich mir vor Jahren „Sega Casino“ für den DS gekauft hab: In Deutschland ab 0 Jahren, für die PEGI aber ab 18 (wegen Glücksspiel. Für sich genommen natürlich auch irgendwo dämlich, aber da kann ja das Zeichen nix für) und die Kassiererin bei Saturn wollte sodann auch meinen Ausweis sehen… ^^

  2. Aah, das habe ich ja auch noch nie gesehen, dass die PEGI mal schärfer war, als die USK, sonst sind die ja ganz locker drauf, vor allem, wenn es „nur“ um Gewaltdarstellung geht. Muss ich mir gleich mal ansehen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.