DVD Tipp der Woche

Heute mal was ganz anderes.
Gestern ging die zweite Staffel der wirklich großartigen deutschen Serie „Doctor’s Diary“ zuende und ließ mich mit einem riesigen Cliffhanger und gemischten Gefühlen zurück.
Ich bin auf die Serie eher zufällig gestoßen, schalte ich sonst doch immer sofort um, wenn eine neue deutsche Serie nach großem US Vorbild über die Mattscheibe flimmert, aber Doctor’s Diary“ schafft es wirklich, einen von der ersten Sekunde an zu fangen. Inhaltlich eine Mischung aus Grey’s Anatomie und Bridget Jones, gibt es doch genug eigene Ideen, die dieser Serie zurecht zu einigen Auszeichnungen verhalfen.
Zum Inhalt: Nachdem die geplante Traumhochzeit der fast 30jährigen Ärztin Gretchen Haase platzt, zieht diese wieder bei Muttern ein, lässt sich in der chirurgischen Abteilung des Krankenhauses ihres Vaters einstellen und bewältigt nun den Alltag zwischen Kindheitstraumata, ein paar Pfunden zuviel, Männern und ihrer eigenen Traumwelt, in der sie ihren Schwarm aus Kindertagen und Oberproll Mark Meyer, der, wer hätte es gedacht, nun auch in jenem Krankenhaus als Oberarzt tätig ist, ehelicht und für immer glücklich wird.
Klingt nach Kitsch, ist es auch, aber lustig aufbereitet und teils sogar spannend. Der Krankenhausalltag geht genretypisch etwas unter in all den Gefühlswirren, aber ab und zu gibt es doch mal Leben zu retten und Operationen zu überstehen.
Die erste Staffel ist wirklich sehenswert und unterhaltsam. In der zweiten Staffel haben sich die Storyschreiber dann wohl etwas zuviel komisches Kraut reingezogen, da die Handlung komplett an Bodenhaftung verliert. Man verirrt sich etwas in all den Handlungssträngen, Personen, Gefühlen und Intrigen und alles wirkt etwas überdreht und überzogen.
Konnte man sich in der ersten Staffel noch mit den Protagonisten identifizieren, artet Staffel 2 eher ins Soap-Niveau aus. Auch die musikalische Untermahlung ist etwas übertrieben gestaltet. Man wird permanent mit mehr oder weniger passender Musik malträtiert, welche auch noch im Sekundentakt wechselt und selten zur wirklichen Stimmung passt. Wen interessiert in einer deutschen Serie schon, ob der englische(!) Text gerade zur Situation passt, wenn die Musikauswahl selber nur nervt?
Alles in allem eine trotzdem sehenswerte Serie. Perfekt, für ein verregnetes Herbstwochenende mit Kuchen und Kakao. Beide Staffeln enthalten jeweils 8 45min lange Folgen und sind damit schnell geguckt.
Aber vorsicht, die 2te Staffel endet wirklich sehr offen und ich will dringend wissen, wie es weitergeht, werde mich aber noch mindestens ein Jahr gedulden müssen.

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