Dragon Quest IX (DS)

Ihr wollt klassische Rollenspielkost? Hier kriegt ihr sie.
Wer die Dragon Quest Reihe kennt, weiß, dass sie nicht mit einer großartigen Story, dafür mit einem schönen rundenbasierten Kampfsystem aufwarten kann und das ist auch beim neuesten Teil, der exklusiv für den DS erschienen ist, nicht anders.
Dabei überrascht die Story trotzdem mit einer, für ein RPG, doch recht einfallsreichen Rahmenhandlung.
Ihr seid ein vom Himmel gefallenener Engel, respektive Hüter eines kleinen Dorfes, der mit Hilfe einer ebenfalls auf der Erde gestrandeten Fee, der Fahrerin des Himmelsexpress, nun versucht, seine Flügel wiederzuerlangen und in den Himmel zurückkehren zu können. Dafür muss jede Menge Benefizit gesammelt werden, dass ihr nur erlangt, wenn ihr die Erdenbewohner glücklich macht. Dies erreicht ihr, indem ihr von Ort zu Ort zieht und dort die Menschen von untoten Rittern, Seuchen und anderen rollenspieltypischen Dorfplagen befreit. Dabei stellt sich natürlich die Frage, wo eure himmlischen Kräfte hin sind, warum ihr das Benefizit nicht mehr sehen könnt und was überhaupt das Ganze soll.
Genretypisch geht es also über weitläufige Landstriche, wird jeder Gegner auf dem Weg vermöbelt und Erfahrungspunkte zum Levelaufstieg gesammelt.
Den Helden der Geschichte kann man sich dabei ganz individuell zusammenbasteln und seinen Vorstellungen anpassen, lediglich die Charakterklasse als Bard ist von vornherein festgelegt. Negativ fällt mir dabei auf, dass man auf seinem Weg keine Gefährten kennenlernt, die ihre eigene Geschichte einbringen und den Helden auf seinem Weg unterstützen, sondern dass man sich bereits sehr früh im Spiel in einem Gasthaus bis zu 3 weitere Mitstreiter selber zusammenbastelt, die einem fortan stumm und charakterlos im Kampf zur Seite stehen. Dies beugt allerdings auch dem Rollenspieleinheitsbrei aus Held, Gefährte, Zauberer und Amnesiemädchen vor, da man seine Charakterklassen frei wählen kann und sich so pokémonmäßig eine individuelle und allmächtige Truppe zusammenstellen und auch wieder auswechseln kann. Nett, aber halt nicht storyförderlich.
Grafisch macht das Spiel auch einiges her. Der Cell-Shading Look ist wie geschaffen für den DS, die Charakterzeichnungen stammen wie immer aus der Feder von Akira Toriyama und die Städte sind hübsch animiert und ausreichend belebt, ohne unübersichtlich zu werden. Lediglich die Oberlandkarte ist etwas kahl, aber das kennt man ja.
Alles in allem also ein Spiel für Puristen und Rollenspielveteranen, die gerne stundelang aufleveln und an der bestmöglichen Ausrüstungskombination feilen, die man übrigens auch jederzeit am selbst erstellten Charakter sehen kann. Auch Monsterstatistiken, eine Übersicht über bereits gesammelte Ausrüstung und die Möglichkeit, selber neue Gegenstände zu erschaffen, indem man vorhandene alchimiert, sind wahre Zeitfresser und was für Sammler und 100% Spieler.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.