6. Lange Nacht der Computerspiele

Wer dieses Jahr nicht dabei war, dem kann wirklich nicht mehr geholfen werden. Soviel zu gucken, auszuprobieren und staunen gab es noch nie.
Der Umzug ins Nebengebäude scheint sich gelohnt zu haben, waren die Räumlichkeiten doch großzügiger und trotzdem auf nur einer Hauptetage schnell und übersichtlich erreichbar. Schon im Eingangsbereich der HTWK wurde das Nerdherz freundlich empfangen, linker hand durch eine Ausstellung deutschen Computerspielguts aus der Sammlung Thomas Köhres, rechter hand durch gemoddede Konsolen und videospielrelevante Kunstwerke des Leipziger Künstlers NeonInvader und die Privatsammlung an Robotern von Jens Witt. Danach ging es gleich weiter zum prägnanten und raumeineinehmenden Stand der Table-Top Spieler vom Games Workshop, die zum ersten Mal bei der Langen Nacht anwesend waren und immer guten Zulauf hatten. Direkt dahinter konnte ein Erinnerungsfoto mt einem der preisgekrönten Fußballroboter der HTWK geschossen, ein Poster des Leipziger Künstlers Thomas Janitzky oder ein Buch über Kreative Arbeit in Leipzig erworben werden. Lediglich der Airbrush-Stand wirkte etwas verloren und wurde von den Besuchern nur kurz gestreift, auf Nachfrage zeigte er sich aber zufrieden und wollte gerne mit verändertem Konzept wieder dabei sein.
Treppe hoch ging es dann zum Hauptaugenmerk der Veranstaltung: Konsolen und Computer, soweit das Auge reicht.
Fangen wir mit meinem persönlichen Favoriten an, dem Retro-Konsolen-Raum. Dank regem privatem Einsatz konnten dieses Jahr ein paar wirkliche Raritäten ausprobiert werden. So gab es nicht nur das SuperScope für’s SNES, sondern auch den passenden Rumble-Rucksack, um Rückschläge spürbar zu machen, den Power Glove für’s NES, ein Philips MSX inklusive skurrilem Zubehör, wie einem Zeichentablet, und auch die 3D-Brille für’s Master System, daneben natürlich die üblichen Verdächtigen, wie Vectrex, Interton und diverse Pong-Konsolen. Dazu konnten auf großer Leinwand japanische Bomberman-Titel gezockt werden, Sebastian Bach zeigte eine Ausstellung ausgefallener Controller und Kay Obenaus und André Lahmann präsentierten eine wirklich exquisite Auswahl an Spielen aus allen Jahrzehnten des Shoot-em-Up Genre.
Daneben präsentierte sich in den Gängen die Computerspielschule Leipzig und einen Raum weiter gab es Brettspiele der Leipziger Ludothek auszuprobieren.
Großen Andrang, fand das Beat-em-Up Turnier, welches von X-Games veranstaltet wurde, leider gewannen die „üblichen Verdächtigen“, als Laie hatte man kaum eine Chance, da auf Xbox360 Tekken, Super Street Fighter und Mortal Kombat gezockt wurden und sogar einige Weltranglistenbesetzer teinahmen. Trotzdem gab es der Veranstaltung frischen Wind und diente als Anlaustelle, an der man immer jemanden Bekanntes treffen konnte.
Die andere Seite des Flures war, neben der Verköstigungsstelle und dem Stand von Radio-Paralax, die live von der Langen Nacht berichtetet, ganz Computern, alter oder neuer Bauart, gewidmet. So konnten im Computerpool Klassiker und Neuheiten angespielt werden, darunter auch Titel, die erst demnächst in den Handel kommen, wie der „Fahrsimulator 2012“. Auch den interaktiven Film „Das Geheimnis der Langen Nacht“, zu dessen Zweck bei uns im Laden gedreht wurde, konnte zum ersten Mal begutachtet werden, lief aber noch nicht immer fehlerfrei. Sobald alles ausgemerzt ist, wird er auch über meinen Blog anzusehen sein, aber erwartet nicht zuviel, er ist ein ganz schöner Insider.
Zentral gelegen gab es außerdem eine Wii mit einer Auswahl Spielen, die meist von Kindern umlagert wurde, sowie einige Tanzmatten, auf denen zwischendurch „abgeschaltet“ werden konnte und einige neuere Konsolen, zum „einfach nur zocken“.
Neben dem Hauptprogramm wurde die Lange Nacht diesmal durch laufend stattfindende Vorführungen und Vorträge bereichtert. So gab es eine Zusammenfassung des „Global Game Jam“ im Januar durch die Veransatlter „RatKing Entertainment“, die Präsentation der Open-Source-Konsole Uzebox, eine Einführung in die Anfänge der Online-Multiplayer-Spiele durch Thorsten Othmer, einen Exkurs in die Bedeutung der Labyrinthe für die Levelgestaltung und die alljährliche Vorführung der preisgekrönten Fußballroboter der HTWK. Irgendwo gab es wohl auch ein Kino, in dem den ganzen Abend spielerelevante Filme zu waren, jedoch war dies zu schlecht ausgeschildert, um von mehr als 3 Leuten besucht zu werden.
Abschluss der Veranstaltung bildete dieses Jahr ein Chip-Tunes Konzert mit Game-Boy Techno durch Mister TriAc, der trotz Soundproblemen eine glanzvolle Vorstellung geliefert hat und das Volk zum Tanzen brachte.

Es war wieder ein fantastischer Abend und mir bleibt nichts mehr, als allen Beteiligten meinen Dank auszusprechen, für ihren Einsatz und ihre Bereitschaft, andere an privaten Leidenschaften und Sammlungen teihaben zu lassen. Danke an alle Verantwortlichen der HTWK, ohne die eine solche Veranstaltung nicht möglich wäre und Danke auch an alle Helfer, sei es beim Aufbau oder Brötchenschmieren. Und Danke natürlich auch an alle Besucher, auch ohne euch wäre eine „Lange Nacht der Computerspiele“ undenkbar.
Bis zum nächsten Jahr.

Aktuelle Fotos kursieren leider noch sehr wenige.

http://www.schreibfabrik.de/img/spielenacht2012/
http://wwwm.htwk-leipzig.de/~m6bast/langenacht6/

Aber ein Video gibt es wohl.

4 Gedanken zu „6. Lange Nacht der Computerspiele“

  1. „… Wer dieses Jahr nicht dabei war, dem kann wirklich nicht mehr geholfen werden. …“

    na ja, nicht jeder deiner leser wohnt in leipzig. ;D

    aber freut mich, dass ihr viel Spaß hattet. ^^

  2. Und leider wissen auch viele spiele-interessierte Leipziger nicht im Geringsten, dass es diese Spielenacht überhaupt gibt… Bzw. haben viele maximal schon mal davon gehört, dass es das „gibt“, aber wo und wann geht an den meisten Leuten, die durchaus die Zielgruppe wären, leider vorbei. Wer nicht wirklich in der Szene etwas tiefer drin ist, und Blogs und dergleichen liest, oder eben von Bekannten darauf hingewiesen wird, hat nach meiner Erfahrung keine Ahnung.

    Und nachdem ich vor zwei oder drei Jahren noch irgendwo ein Plakat wenigstens mal habe kleben sehen, war da dieses und letztes Jahr rein gar nix. Also zumindest nix, was ich gesehen hätte, obwohl ich durchaus mit offenen Augen durch die Gegend laufe… ^^ Gut, ich nehme mal an, an der HTWK wird man davon gehört haben, und ich bin mir dessen bewusst, dass man kein Geld für ne große Plakatierung hat… Aber wenigstens an einigen Hotspots, wo man mit wenig Aufwand viel Zielgruppe erreicht, das sollte doch drin sein. Diverse Gameshops zB. oder die Uni…, und bzgl. jener, weil es sich ja durchaus um eine Hochschulveranstaltung handelt, weisen da sicher auch Fachschaftsräte gern in ihren Newslettern mal drauf hin, vorausgesetzt halt, dass wenigstens die davon erfahren.

    Imo würde sich die Besucherzahl mit nur ein bisschen Werbung locker verdoppeln… ^^

  3. Die Besucherzahlen haben sich ja verdoppelt. 🙂 Obwohl die Fläche zwei- bis dreimal so groß wurde, blieb es proppenvoll.

    In der Tat gibt es kein Budget für eine flächendeckende Plakatierung und Radiowerbung.

    Aber die Monatsmagazine haben den Termin genannt. Es gab mehrere Ankündigungen in der LVZ, sowohl online wie gedruckt. Die L-IZ hat berichtet. Es gibt neuerdings eine Facebook-Seite. Das Plakat hing in der HTWK und in mehreren Spieleläden. Auf die Veranstaltung wurde in einer Reihe von Foren und Mailinglisten geworben. Es gab eine Ankündigung auf leipzig.de, auf der Website der HTWK und der Fachschaft, auf kreatives-leipzig.de und bundesweit bei einer Reihe von Blogs und Magazinen.

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