Die liebe Konkurrenz

Gestern, auf dem Weg zum Weihnachtsmarkt, kamen wir an einem neuen Videospielladen in der Innenstadt vorbei, ein Re-Games. Muss wohl eine größere Kette sein, ähnlich GameStop. Natürlich trieb uns unsere Neugier nach drinnen, um uns mal umzusehen.
Vom Aufbau her ist es wie GameStop: Alles sehr hell, viele Regale, ein paar Vitrinen, neue, sowie gebrauchte Spiele. Ein typisches Videospiel-Franchise-Unternehmen.
Lustig fand ich, dass sie auf den gebrauchten Games mit dem Spruch werben: „Recycelt und Wiederaufbereitet“. Was soll das denn bedeuten? War das Spiel vorher mal eine DVD oder was. Was ist denn an Ankaufen und Verkaufen bitte recyceln?
Ansonsten alles wie immer. Neue Spiele bewegen sich etwas über dem Preisniveau großer Elektronikketten, gebrauchte sind in etwa so teuer, wie im GameStop, also etwa 5-10€ unter Neupreis.
Aber dann entdeckten wir doch tatsächlich auch ein paar retro Konsolen, die unsere Neugier weckten. In einer gut ausgeleuchteten Vitrine stand ein etwas vergilbtes, dreckiges NES mit dem sensationellen Preis von „nur“ 101€, darüber ebenso dreckige N64 für etwa 50€ und daneben eine PS1 für moderate 26€. Da mussten wir natürlich nachhaken und fragten, warum das denn so teuer wäre. Die Antwort war die übliche: Bei Amazon würde ein NES 170€ kosten, daran hätte man sich orientiert, außerdem wäre ja auch noch der Originalkarton und 4 Controller dabei. OK, lasse ich gelten, aber warum ist das alles so dreckig? Wieder die Standartantwort: Ist ja gebraucht und er hätte nicht die Mittel, den „tiefsitzenden Dreck“ zu entfernen. Aha. Das lasse ich nicht gelten, ein Tuch und etwas Reiniger gehört zur Grundausstattung eines Geschäfts und wenn ich etwas in eine superteure, top ausgeleuchtete Vitrine stelle, soll es doch auch etwas repräsentieren. Wo wir dann wieder bei der Frage wären, was denn „Wiederaufbereitet“ bedeuten soll?
Zugutehalten muss ich dem Verkäufer, der wohl auch der Besitzer ist, dass er wirklich superfreundlich geblieben ist, ob unserer Kritik und uns trotzdem weiterhin beraten hat. Daran sollte ich mir mal ein Beispiel nehmen, hihi.
Das Problem bei Franchises ist halt immer, dass du Order von oben bekommst. Einige Waren sind sogar aus anderen Filialen, um seinen Bestand erstmal aufzubauen, da sind teilweise Sachen dabei, die schon Jahre liegen und dementsprechend teuer sind, wo er aber am Preis logischerweise selbst nichts drehen darf.
Da bin ich ganz froh, selbstbestimmt arbeiten zu können und verzichte auch gerne auf Innenstadtlage und schicke Außenwerbung.

2 Gedanken zu „Die liebe Konkurrenz“

  1. Ich war noch nie in einem Re-Games Laden, aber durchaus in verschiedenen GameStops. Die haben mir aber nie sonderlich gut gefallen und gekauft habe ich tatsächlich nur einmal was. Selbst die gebrauchten Spiele liegen da stellenweise über dem amazon uk Neupreis. Ich spiele aber gerade mit dem Gedanken meine SNES Spiele Sammlung etwas aufzustocken, da werde ich demnächst wohl mal alle Spieleläden hier in der Gegend abklappern.

  2. Das ist leider das größte Problem dieser Videospielketten: Die Preise.
    Mir ist durchaus bewusst, dass man im „Fachhandel“ mehr bezahlt, als im Internet oder im großen Elektronikmarkt, aber als informierter Käufer greift man halt doch lieber zum günstigen Angebot und schenkt sich die Beratung. Solche Ketten sind eher was für Muttis.
    Deshalb handele ich auch lieber mit Klassikern, die sind wertstabil, da muss ich nicht, wie bei aktueller Ware, ständig die Konkurrenzangebote checken, oder Angst haben, dass morgen eine Platinum-Edition auf den Markt kommt.
    Viel Glück, bei deiner Spiele-Aufstockungs-Kampagne, jetzt vor Weihnachten sieht es überall (auch bei mir) mit guten Spielen knapp aus.

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